Was sind deine Träume?
Ein Satz, den ich in der Stille hörte, war: „Was sind deine Träume?“
Diese Frage hat mich erst einmal aus dem Konzept gebracht. Ich merkte, dass die Ereignisse der letzten Jahre mich dazu gebracht haben, mich nicht mehr wirklich zu trauen zu träumen – aus Enttäuschung oder auch aus einer Religiösität heraus.
Enttäuschung ist ein heikles Thema. Gott hat kein Problem mit unserer Enttäuschung, aber wenn wir zu lange darin verweilen, laden wir Hoffnungslosigkeit, Verbitterung und Resignation in unser Herz ein. Aus Angst, wieder enttäuscht zu werden, bleiben wir lieber in der Komfortzone des Unglaubens – dort, wo wir noch Kontrolle haben, wo alles machbar und logisch erscheint.
Kennst du das auch?
Ich glaube, dass wir gerade in einer Art geistlichem Frühling stehen. Eine Zeit, in der der Herr etwas Neues aufblühen lässt. Es ist eine heilige Wachstumsphase – und in dieser Phase ist es wichtig, dass wir uns nicht verzetteln, sondern ihm Raum geben, damit das Neue wachsen kann. Manchmal fühlt sich dieser Prozess wie ein Rückschritt an. Aber oft ist es genau das Gegenteil.
Jesus spricht in Johannes 15 in einem Gleichnis vom Weinstock: Er ist der Weinstock, wir sind die Reben. Und der Vater ist der Gärtner, der zurückschneidet – nicht, um zu schaden, sondern damit wir mehr Frucht bringen. Dieses Zurückschneiden kann schmerzhaft sein. Aber es ist ein Ausdruck seiner Liebe. Enttäuschung, falsche Erwartungen, Sorgen und Resignation können zu Blockaden werden, die unser Wachstum hemmen. Doch Jesus lädt uns ein, in seiner Fülle zu leben. Dazu gehört, dass er uns von Dingen befreit, die uns klein halten.
Wo hast du noch Enttäuschung in deinem Leben, die dich hindert, zu glauben und Schritte zu gehen?
Gott lädt dich heute ein, gemeinsam mit ihm auf diese Punkte zu schauen und Enttäuschung loszulassen. Das ist oft ein Prozess – aber du musst ihn nicht allein gehen. Loslassen können wir nur, wenn wir eine Herzensbegegnung mit ihm haben und sehen, dass Er gut ist. Er ist mittendrin und hilft dir. Und während du loslässt, entsteht Raum: Raum für seine Gedanken, seine Gegenwart, sein Reden, sein Wirken.
Eine weitere Frage, die ich dir stellen möchte, ist: Was ist dein nächster Schritt?
Oft träumen wir von großen Visionen – aber Gott führt uns Schritt für Schritt. Wenn wir versuchen, den Weg zu überspringen und sofort am Ziel zu sein, überfordert uns das nur. Unser Fundament wäre nicht stabil. Doch Gott baut anders. In 2. Mose 14,14 spricht Mose zum Volk Israel, als es scheinbar ohne Ausweg zwischen dem Meer und der Armee des Pharaos steht:
„Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.“
Das hebräische Wort, das hier für „still sein“ verwendet wird, ist chashah – und es bedeutet nicht „stillstehen“, sondern „schweigen“, „zur Ruhe kommen“.
Gott bringt unser Herz zur Ruhe – und danach spricht er zu Mose:
„Was schreist du zu mir? Sag den Israeliten, dass sie weiterziehen. Du aber hebe deinen Stab und strecke deine Hand über das Meer aus und teile es, damit die Israeliten auf trockenem Boden hindurchgehen können.“
Ich glaube, jemand muss das heute hören: Es ist Zeit, weiterzuziehen.
Es ist Zeit, das Alte hinter sich zu lassen. Nicht mit Ungeduld, nicht mit Hast – sondern Schritt für Schritt, mit Gott. Jetzt ist nicht die Zeit für Stillstand. Es ist auch nicht die Zeit, wichtige Etappen zu überspringen. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Es geht um Beziehung – darum, mit Gott im Hier und Jetzt zu leben. Gerade in den Momenten, die ungewiss und herausfordernd sind, ist er ganz nah. Und genau dort wachsen Liebe und Vertrauen.
In diesen heiligen Momenten entsteht etwas Ewiges – etwas, das jeden schnellen Erfolg bei Weitem übertrifft.